Pflanzen Sie zwei Samen derselben Eltern, und Sie können zwei sichtbar verschiedene Pflanzen erhalten — eine höher, eine harziger, eine ins Violette spielend. Diese Lücke zwischen dem, was in den Genen geschrieben steht, und dem, was tatsächlich im Garten erscheint, hat einen Namen: Es ist der Unterschied zwischen Genotyp und Phänotyp, und ihn zu verstehen erklärt vieles darüber, wie Genetik entsteht.

Genotyp: der geschriebene Code

Der Genotyp ist der vollständige genetische Bauplan, den eine Pflanze erbt — der Code, den sie trägt, ob jeder Teil davon ausgeprägt wird oder nicht. Zwei Geschwister teilen den Großteil ihres Genotyps, doch jedes zieht ein etwas anderes Blatt aus demselben Stapel.

Phänotyp: was sich wirklich zeigt

Der Phänotyp ist das, was man beobachten kann: Struktur, Farbe, Harz, Aroma, Blühverhalten. Er ist der Genotyp, gefiltert durch Umwelt und Zufall. Ein einzelner Genotyp kann mehrere Phänotypen hervorbringen — deshalb zeigt ein neuer Hybrid in seinen frühen Generationen so oft eine ganze Bandbreite an Ausprägungen.

Die Phänotypensuche

Der Züchter durchforstet diese Ausprägungen nach der Pflanze, die am besten verkörpert, was eine Linie sein soll — den Phänotyp, den es zu behalten lohnt. Wählt man ihn und züchtet über Generationen auf ihn hin, verengt sich die Bandbreite. Diese geduldige Suche ist das menschliche Handwerk hinter jeder stabilisierten Linie.

Was das für eine stabilisierte Linie bedeutet

Je stabilisierter eine Genetik, desto weniger schweifen ihre Phänotypen ab — Geschwister laufen auf eine erkennbare Ausprägung zu. Genau diese Vorhersehbarkeit bewahrt ein Sammler. Sehen Sie in der Stammbaum-Karte, wie sich unsere Linien zu beständigen Phänotypen auflösen, oder durchstöbern Sie den Katalog.